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The Act

May 16, 2024

Der Treibstoff des Zweifels

Was passiert, wenn dir jemand sagt, dass deine Träume zu groß sind? Die meisten Menschen lenken ein, zweifeln an sich selbst und passen sich der Realität an. Bei mir bewirkt dieser Satz genau das Gegenteil.

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The Act

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Was passiert, wenn dir jemand sagt, dass deine Träume zu groß sind? Die meisten Menschen lenken ein, zweifeln an sich selbst und passen sich der Realität an. Bei mir bewirkt dieser Satz genau das Gegenteil. Wenn man mir sagt, dass ich etwas nicht schaffen kann, fange ich erst recht an zu arbeiten. Dann wird der Zweifel der anderen zu meinem stärksten Treibstoff.

Diese Geschichte verdankt ihren Anfang einem harten Satz aus meiner eigenen Familie. Ein Satz, der mich am Boden halten sollte, mich am Ende aber genau dorthin katapultiert hat, wo ich immer hinwollte: auf die internationale Bühne der Fotografie. In diesem Beitrag erzähle ich euch, wie aus dem Gegenwind meiner Oma eine weltweite Veröffentlichung durch Hasselblad am World Wildlife Day 2022 wurde.

Die Nase zu weit oben

Mein neuer Stil mit dem komplett geschwärzten Hintergrund war damals noch ganz frisch. Ich spürte aber sofort, dass diese Art der Fotografie die Menschen berührt und etwas in ihnen auslöst. Beflügelt von diesem Gefühl begann ich, größer zu denken. Ich fragte mich, was ich als Nächstes erreichen könnte. Mein Ziel war extrem ambitioniert: Ich wollte der Beste werden, irgendwann auf einer großen Bühne stehen und all denen in die Augen schauen, die jemals an mir gezweifelt hatten.

Als ich meiner Oma von dieser Vision erzählte, war ihre Reaktion ernüchternd. Sie sah mich an und sagte: „Deine Nase ist zu weit oben. Komm mal wieder runter auf den Boden.“ Für viele wäre das ein Schlag ins Gesicht gewesen. Für mich war es der Moment, in dem absolute Klarheit herrschte. Mir war sofort bewusst: Ich muss es schaffen. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nur noch nicht, mit welchem Partner an meiner Seite.

Die Suche nach dem richtigen Namen

Nach diesem Gespräch ging das große Überlegen los. Welche Marke passte zu meiner Geschichte und meiner Kunst? Canon, Sigma oder Hasselblad? Canon hatte mich damals schon mehrfach abgelehnt, vermutlich weil meine düsteren, eigenwilligen Arbeiten einfach nicht in ihr klassisches Konzept passten. Sigma baute zwar die Objektive, die ein essenzieller Teil meiner Ausrüstung waren, aber am Ende lieferten sie eben nur das Glas.

Am Ende blieb Hasselblad. Und genau da wurde es spannend. Mit einer Hasselblad hatte ich diese Bilder gemacht. Mit genau diesem Setup und diesem speziellen Stil war ein großer Teil der Arbeiten entstanden, die später zu meiner Serie The Act gehören sollten. Die alles entscheidende Frage war nur: Wie zur Hölle bringe ich eine absolute High-End-Edelmarke wie Hasselblad dazu, auf einen autodidaktischen Fotografen wie mich aufmerksam zu werden?

Der harte Weg aus dem Posteingang

Ich wählte zuerst den einfachsten Weg und schrieb Hasselblad eine ganz normale Nachricht über Social Media. Ich erklärte kurz, dass ich mit ihren Kameras fotografiere und fragte nach einer Kooperation. Die Reaktion? Keine. Der erste Tag verging, und es passierte absolut nichts. An diesem Punkt hätte ich aufhören und mir einreden können, dass meine Oma recht hatte.

Doch am nächsten Tag entschied ich, dass das nicht das Ende sein darf. Ich entwickelte eine Strategie der puren Penetranz. Über mehrere Tage hinweg postete ich kontinuierlich meine besten Bilder und markierte Hasselblad auf jedem einzelnen Foto. Nicht nur einmal, sondern immer und immer wieder. Ich wollte unübersehbar werden. Und der Plan ging auf: Plötzlich ploppte eine Nachricht von Hasselblad auf. Sie fragten offiziell an, ob sie meine Bilder für ihre Kanäle nutzen dürften. In diesem Moment dachte ich nur: Oh fuck.

Das quälende Warten und der große Tag

Ich schickte die Daten ab und das Warten begann. In meinem Kopf malte ich mir aus, wie die Veröffentlichung sofort online geht und alles explodiert. Doch stattdessen passierte erst einmal wieder gar nichts. Eine Woche verging, zwei Wochen, drei Wochen. Nach vier Wochen Funkstille hatte ich mich innerlich schon damit abgefunden, dass die Bilder wohl doch im Archiv gelandet waren. Aber das war okay für mich. Ich versuche die Dinge lieber und hole mir eine Absage, als mich mein Leben lang zu fragen, was passiert wäre, wenn ich es nicht gewagt hätte.

Nach der vierten Woche kam sie dann: die Benachrichtigung. Hasselblad hatte mich auf ihren Bildern markiert. Und sie hatten dafür keinen gewöhnlichen Tag gewählt. Es war der World Wildlife Day 2022, der internationale Tag, an dem die Tierwelt dieser Erde geehrt wird. Genau an diesem Tag präsentierte Hasselblad meine Arbeiten der ganzen Welt.

Es waren vier bestimmte Motive: ein Pelikan, eine Schneeeule, ein Gibbon und ein Geier. Diese Aufnahmen waren für mich weit mehr als bloße Tierporträts. Sie waren das Manifest meines Stils. Durch den radikalen schwarzen Hintergrund gab es keine Ablenkung mehr. Der Fokus lag komplett auf der Haltung, der Stille und dem Blick des Tieres. Ich wollte zeigen, was man sieht, wenn man die Geduld hat, wirklich länger hinzuschauen.

Ein vertuschter Twist und das störrische Setup

Natürlich gab es auch bei diesem Meilenstein einen bitteren Beigeschmack. Ich hatte Hasselblad ein zentrales Zitat für die Veröffentlichung mitgegeben, das die Seele meiner Arbeit beschrieb: „Wenn du in die Augen schaust, erfährst du die Wahrheit.“ Dieser Satz war das Fundament für das, was später The Act werden sollte. Doch Hasselblad ignorierte das Zitat komplett und strich es aus dem Text. Sie wollten die unbequeme Wahrheit hinter den Blicken damals nicht transportieren. Doch die Bilder sprachen für sich selbst und wurden später zum Herzstück meiner eigenen Vernissage. Wenn man die Augen dieser Tiere heute sieht, versteht man, dass sie wie ein Spiegel wirken, der uns auch etwas über uns selbst erzählt.

Auch technisch war diese Serie eine absolute Grenzerfahrung. Die Bilder entstanden mit einer eigenwilligen Konstruktion: der Hasselblad-Kamera, einem Sigma-Objektiv und einem dazwischengeschalteten Adapter. Dieses Setup war verdammt langsam, extrem fehleranfällig und alles andere als komfortabel. Jedes Bild erforderte maximale Konzentration und Geduld. Aber genau durch diese erzwungene Entschleunigung entstand diese unnachahmliche Schärfe und diese tiefe, ehrliche Ruhe im Motiv.

Was am Ende bleibt

Wenn ich heute auf diesen Moment zurückblicke, sehe ich nicht nur das fertige Posting auf der Seite einer Weltmarke. Ich sehe das gesamte Bild. Ich sehe das skeptische Gesicht meiner Oma, die ungeöffneten Nachrichten, das zähe Warten und den unbändigen Willen, trotz aller Zweifel einfach weiterzumachen.

Wenn dir jemand sagt, dass du gefälligst auf den Boden der Tatsachen zurückkommen sollst, hast du zwei Möglichkeiten: Du fügst dich, oder du nutzt diesen Satz als Rampe, um erst recht abzuheben. Ich habe mich für den eigenen, harten Weg entschieden. Und das ist auch mein Rat an jeden jungen Fotografen da draußen: Bleib dir und deiner Vision absolut treu, denn nur so erreichst du die ganz großen Ziele.

Wenn euch diese Geschichte inspiriert hat und ihr mehr über meinen Weg und meine Philosophie erfahren wollt, dann folgt mir hier, um keine weiteren Beiträge zu verpassen. Den Link zu meinem Blog mit tieferen Einblicken findet ihr unten in der Beschreibung.

Falls ihr die Bilder und die Wahrheit hinter The Act live erleben wollt, lade ich euch herzlich zu meiner Ausstellung ein. Alle Informationen und den Link zum RSVP findet ihr ebenfalls direkt unten in der Infobox. Vielen Dank fürs Vorbeischauen und Zuhören.

Peace and Love, Stay Golden.

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