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Aug 10, 2024

The Founder Begins: Die Wurzeln im Feldweg

Bevor die Auszeichnungen, die Kooperationen mit großen Marken und der unverkennbare Dark-Style kamen, gab es nur einen Jungen, ein Longboard und die reine Faszination für das Festhalten von Momenten.

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Die Wurzeln im Feldweg

Alles begann vor rund siebzehn Jahren. Ich war vielleicht neun oder zehn Jahre alt, als ich das erste Mal eine Kamera in den Händen hielt. Es war die Cyber-shot meiner Oma. Meine Oma hat damals jeden einzelnen Moment dokumentiert, egal ob mit einer Einwegkamera oder der digitalen Kompaktkamera. Aus diesen Bildern hat sie unzählige Fotobücher gemacht. Es sind visuelle Erinnerungen, die mich bis heute begleiten und mir früh gezeigt haben, welchen Wert ein festgehaltenes Bild besitzt.

Als ich die Kamera schließlich selbst benutzen durfte, gab es kein Halten mehr. Ich habe einfach alles fotografiert. Meinen Hund, den Garten, Insekten, Steine und auch mich selbst in Form von klassischen, ehrlichen Selfies, wie man sie damals eben gemacht hat. Wenn man mich heute nach dem genauen Grund fragt, warum ich damals damit angefangen habe, muss ich gestehen: Ich weiß es nicht genau. Es gab keinen großen Plan. Ich war einfach nur fasziniert von der Möglichkeit, die Zeit für einen kurzen Moment anzuhalten.

Von Schwarz-Weiß-Film und unscharfen Versuchen

Meine erste ganz eigene Kamera war schließlich die analoge Pentax. Bestückt mit einem Schwarz-Weiß-Film, einer Festbrennweite und einem Teleobjektiv. Ehrlich gesagt hatte ich damals absolut keine Ahnung, was ich da überhaupt tat. Man hatte es mir zwar kurz gezeigt, aber das war es auch schon. Ich habe einfach draufgehalten und fotografiert. Am Ende eines Films von vielleicht dreihundert Aufnahmen blieben oft nur zwei Bilder übrig, die wirklich gut und scharf waren. Aber das hat mich nicht aufgehalten. Ich habe einfach weitergemacht.

Das echte Gefühl für die Wildtierfotografie verdanke ich meiner Tante. Sie wohnte direkt am Wald und hat mir damals gezeigt, wie man sich den Tieren nähert und sie fotografiert. Sie hat mir das Tor zu dieser verborgenen Welt geöffnet. Zusammen mit meinen Kindheitserlebnissen in der Schweiz war das der stärkste Auslöser für mein heutiges Leben. Es ist der Grund, warum ich die Natur und die Tierwelt mehr liebe als alles andere auf dieser Erde.

Fotografieren lernt man nicht an einem Tag. Ich habe es mir durch ständiges Ausprobieren, durch Fragen, durch YouTube-Videos und Bücher selbst beigebracht. Irgendwann habe ich nicht mehr nachgedacht, sondern es einfach getan. Genau deshalb ist es auch ein Prozess, den ich heute niemandem in einer simplen Anleitung beibringen könnte. Es ist reine Intuition.

Das Longboard und der Hase an der Nidda

Ein Moment aus dieser Anfangszeit ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Ich war damals mit meinem Longboard unterwegs, die Pentax wie immer fest im Griff. Ich rollte die Wege an der Nidda entlang, mitten durch die Felder. Plötzlich tauchte auf der rechten Seite ein Hase auf. Typisch für mich war sofort dieser Jagdinstinkt und der Ehrgeiz geweckt. Ich wollte mir der Herausforderung stellen, diesen Hasen unbedingt zu fotografieren.

Ich bin mit dem Longboard weitergerollt und habe versucht, die Kamera ruhig zu halten. Das Ergebnis war technisch gesehen eine Katastrophe. Die Bilder waren verschwommen, verzerrt und völlig überbelichtet. Es kam absolut nichts Brauchbares dabei heraus. Und trotzdem hat mich dieser Versuch in diesem Moment unglaublich glücklich gemacht. Wenn ich heute darüber nachdenke, ist genau das die Essenz. Es erklärt perfekt, warum ich die Fotografie von ganzem Herzen liebe. Es ist die Jagd, das Adrenalin und das Gefühl des puren Moments, völlig egal, ob das Bild am Ende perfekt wird oder nicht.


Peace and Love.

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